Fußballweltreiser: Ein Projekt

Mindestens noch knapp ein Jahr ist die deutsche Fußballnationalmannschaft Weltmeister. Doch die gesamte Fußballnation auf die 23 Akteure plus Trainer und Betreuerstab, die in Brasilien den Titel holten, zu reduzieren, wäre falsch – und ehrlich gesagt tut das zum Glück auch keiner. Dennoch ist der Fokus des Fans begrenzt.

In Deutschland ist Fußball nahezu Religion. Mehr als sieben Millionen aktive Spieler sind beim DFB gemeldet, dazu kommen Freizeitkicker, Sofa-Trainer, Fans. Jeder, der spielen will, findet hierzulande ein paar Leute, oder sogar einen Verein, in dem er kicken kann – um Punkte, oder nur, um einen Schulterklopfer seines Mitspielers zu erhalten, nachdem er sich bei einem waghalsigen Fallrückzieher auf einem mit Sand bedeckten Kunstrasenplatz weder das Genick gebrochen, noch das halbe Bein aufgeschrammt hat.

Doch auch in einer großen Fußballnation wie Deutschland gibt es nicht für jeden Spieler und erst recht nicht für jeden Leistungssportler das richtige Team mit den richtigen Ansprüchen oder der richtigen Perspektive – und so bleibt einigen nur der Weg ins Ausland. Sie suchen, manche von ihnen finden dort ihr Glück, machen neue Erfahrungen. Aber eines haben viele von ihnen gemein: Mit diesem Schritt verschwinden sie aus dem Fokus der meisten deutschen Fußballfans. Einige von ihnen haben es hierzulande auch noch gar nicht zu größerer Bekanntschaft gebracht, ihr Stern ging erst jenseits der Landes- oder gar Kontinentalgrenzen auf. Andere haben sich hier einen Namen gemacht, kleine und große Erfolge gefeiert und verschwinden dann durch ihren Wechsel aus dem Fokus.cropped-headerbild.jpg

Dem deutschen Fan kann das aber nicht zum Vorwurf gemacht werden. Schließlich wird ihm schon hierzulande eine Menge Fußball angeboten. Es gibt drei Profiligen, dazu werden die fünf Regionalligen immer attraktiver. Meist muss man nicht weit fahren, um sich ein Oberliga- oder wenigstens ein Landesliga-Spiel für wenig Geld mit der örtlichen Bratwurstrezeptur in der Hand anzuschauen. Und dann gibt es ja noch die europäischen Topligen aus Spanien, Italien und England, die Ligue 1 aus Frankreich, in der neuerdings Superstar Neymar das Publikum verblüffen und Geld verdienen möchte. Champions League, DFB-Pokal, Länderspiele und natürlich ein genaues Studium der Leistungen der deutschen Weltstars Mesut Özil, Toni Kroos und Sami Khedira in ihren Vereinen jenseits der Landesgrenzen soll auch noch drin sein. Klar, dass bei all den Informationen, Spielen und Namen direkt vor der Haustür untergehen mag, das der philippinische Erstligist Ceres-Negros FC mit fünf Deutschen im Kader gerade das ASEAN-Finale des AFC-Cups gewonnen hat.

In diesem Blog soll es nicht um die Fußballweltmeister aus Deutschland gehen, sondern um die Fußballweltreiser. Um die Spieler, die teilweise bis ans Ende der Welt gefahren sind, um ihr Glück auf dem Platz zu finden. Es soll eine Plattform für die Akteure sein, die eine neue Erfahrung suchten oder einfach mal etwas neues ausprobieren wollten. Um Spieler, die bis auf die Philippinen geflogen sind, oder sich einfach nur in den Zug nach Luxemburg gesetzt haben. Sie alle haben ihre Geschichte – und die hat es verdient erzählt zu werden.

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